Das Kompendium, welches der werte Leser auf diesen Seiten studieren
kann, stellt den ersten und auf absehbare Zeit einzigen in sich
geschlossenen Teil der "Mika Hänel Werkausgabe" dar, da dieser
sowohl die ältesten als auch zahlreichsten Produktionen des
Verfassers einschließt, während der zweite Komplex
vor allem jüngere und jüngste Arbeiten umfasst, sich
also noch im Stadium des "work in process" befindet.
Aus diesem Grund wurde bei der Zusammenstellung streng chronologisch,
beginnend mit den ersten Versuchen ernsthaften schriftstellerischen
Schaffens, welche zeitlich mit dem einen ungeheuren Motivationsschub
verursachenden Erscheinen der Schülerzeitung
"Willi´s News" (welch Name) zusammenfallen, vorgegangen.
Hierbei sind die Texte in der Reihenfolge ihrer ersten schriftlichen
Fixierung, ja mitunter sogar – soweit noch eruierbar
– ihrer ersten gedanklichen Konzeption aufgeführt,
d.h. wenn, was oft der Fall ist, von einer Geschichte mehrere Fassungen
existieren und wir, um den Leser nicht mit holperigen Proto-Versionen
zu langweilen, die "Professionellste" bringen, so wird sie doch an
ihrem Platz innerhalb der ideell-thematischen Entwicklung des Autors,
welche darzustellen das vornehmliche Anliegen dieser Ausgabe ist,
eingeordnet, der gegenüber die Entfaltung des
stilistischen Ausdrucksvermögens bei dieser Vorgehensweise
sicherlich noch erkennbar bleibt, jedoch eben nicht das bestimmende
Kriterium darstellt.
Trotzdem ist diese Edition auch kritisch, insofern als aus dem
überreichen Fundus an Material nur dasjenige aufgenommen
wurde, welches sich überhaupt einer literarischen Gattung
– in der Regel der der Kurzgeschichte, mitunter auch der
satirischen Glosse, dem Kammerstück etc. – zuordnen
ließ. So mußte etwa das gesamte vor dem 13.
Lebensjahr des Verfassers entstandene Schrifttum
unberücksichtigt bleiben, wie zum Beispiel die umfangreichen
"Monsterland"- Fragmente, da es sich bei diesen nicht um literarische
Texte im eigentlichen Sinne, sondern um die Relikte einer
untergegangenen archaischen Zivilisation handelt, welche
höchstens für Kulturhistoriker bzw. Tiefenpsychologen
von Interesse wären.
Mika Hänel
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