Mika Hänel - Das literarische Werk - Chronologisch-kritische Edition

An der Grenze zum Nichts ... Visionen und Fiktionen

Mika Hänel - Das literarische Werk - Chronologisch-kritische Edition

"Massig und graudunkel ragt der Wachturm in den von der untergehenden Sonne mit stumpfgelben Tönen ausgemalten leeren Himmel.

Der Wachtposten steht oben auf seiner Plattform zwischen den schwenkbaren Weitwinkelteleskopen, Flakscheinwerfern und Signallichtern, überragt von den Funk- und Radarantennen, was alles zusammen die technische Außenausstattung eines Wachturms darstellt, der an der Grenze zu nichts steht."

(Auszug aus dem Kapitel 10 - Der Wachturm)

Einführung

Das Kompendium, welches der werte Leser auf diesen Seiten studieren kann, stellt den ersten und auf absehbare Zeit einzigen in sich geschlossenen Teil der "Mika Hänel Werkausgabe" dar, da dieser sowohl die ältesten als auch zahlreichsten Produktionen des Verfassers einschließt, während der zweite Komplex vor allem jüngere und jüngste Arbeiten umfasst, sich also noch im Stadium des "work in process" befindet. Aus diesem Grund wurde bei der Zusammenstellung streng chronologisch, beginnend mit den ersten Versuchen ernsthaften schriftstellerischen Schaffens, welche zeitlich mit dem einen ungeheuren Motivationsschub verursachenden Erscheinen der Schülerzeitung "Willi´s News" (welch Name) zusammenfallen, vorgegangen. Hierbei sind die Texte in der Reihenfolge ihrer ersten schriftlichen Fixierung, ja mitunter sogar – soweit noch eruierbar – ihrer ersten gedanklichen Konzeption aufgeführt, d.h. wenn, was oft der Fall ist, von einer Geschichte mehrere Fassungen existieren und wir, um den Leser nicht mit holperigen Proto-Versionen zu langweilen, die "Professionellste" bringen, so wird sie doch an ihrem Platz innerhalb der ideell-thematischen Entwicklung des Autors, welche darzustellen das vornehmliche Anliegen dieser Ausgabe ist, eingeordnet, der gegenüber die Entfaltung des stilistischen Ausdrucksvermögens bei dieser Vorgehensweise sicherlich noch erkennbar bleibt, jedoch eben nicht das bestimmende Kriterium darstellt.

Trotzdem ist diese Edition auch kritisch, insofern als aus dem überreichen Fundus an Material nur dasjenige aufgenommen wurde, welches sich überhaupt einer literarischen Gattung – in der Regel der der Kurzgeschichte, mitunter auch der satirischen Glosse, dem Kammerstück etc. – zuordnen ließ. So mußte etwa das gesamte vor dem 13. Lebensjahr des Verfassers entstandene Schrifttum unberücksichtigt bleiben, wie zum Beispiel die umfangreichen "Monsterland"- Fragmente, da es sich bei diesen nicht um literarische Texte im eigentlichen Sinne, sondern um die Relikte einer untergegangenen archaischen Zivilisation handelt, welche höchstens für Kulturhistoriker bzw. Tiefenpsychologen von Interesse wären.

Mika Hänel

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